Magazin: IAA Nutzfahrzeuge 2008


Solaris Bus & Coach

Solaris Bus & Coach hat sich als stärkster Importeur auf dem deutschen Markt etabliert und erreichte im Jahr 2007 mit 225 Omnibussen einen Marktanteil von gut fünf Prozent. Für das laufende Jahr plant der polnische Hersteller mit insgesamt 1000 abzusetzenden Fahrzeugen nach 700 im vergangenen Jahr. Neben dem polnischen Heimatmarkt und dem stärksten Exportmarkt Deutschland nehmen auch weitere Länder an Bedeutung zu. An Großaufträgen konnte in diesem Jahr eine Lieferung von 225 Urbino 18 nach Dubai abgeschlossen werden, während im Juli aus dem griechischen Athen ein Auftrag über insgesamt 320 Linienbusse platziert wurde.

Auf der Pressekonferenz zur IAA Nutzfahrzeuge kündigt Firmeninhaber Krzysztof Olszewski an, in den neu zu gründenden Aufsichtsrat von Solaris zu wechseln. Die Geschäftsführung obliegt künftig alleine seiner Frau Solange Olszewska, die Führungsebene der einzelnen Abteilungen wird gestärkt und erhält weitreichendere Entscheidungsbefugnisse. Damit stellt sich Solaris organisatorisch für ein weiteres Wachstum auf, nachdem mit rund 1000 Fahrzeugen im Jahr und einem Umsatz von 300 Millionen Euro die bisherige Struktur des Familienunternehmens ausgereizt ist. Krysztof Olszewski wird sich künftig der strategischen Weiterentwicklung und speziellen Projekten widmen. Dabei geht die Richtung ausdrücklich in Richtung elektrisch betriebener ÖPNV-Fahrzeuge, dem Betrieb mit Diesel als auch mit Wasserstoff räumte Olszewski keine Zukunft ein.

zum Vergrößern bitte klicken zum Vergrößern bitte klicken zum Vergrößern bitte klicken Die Niederflurbusse der Urbino-Baureihe sind weiterhin die meistverkauften Fahrzeuge von Solaris. Seit 2004 wird diese Bauart in der dritten Generation angeboten. Im Vorgriff eines weiteren Generationswechsels wurde ein Urbino 12 New Edition mit völlig neugestaltetem Innenraum präsentiert. Das Design aus einem Guss und helle Farben schaffen eine freundliche Atmosphäre für den Fahrgast. Im Fahrgastraum wurde vor allem eine neue Deckengestaltung realisiert, bei der auch der mittlere Teil der Deckenverkleidung zur Beleuchtung herangezogen wird. Das Konzeptfahrzeug weist außerdem halbtransparente Sitze und einen großflächig mit Fotomotiven beklebten Motorturm auf. Auf besonderes Interesse stieß zudem der innovative Fahrerarbeitsplatz: Acht Knöpfe - beispielsweise für die Türsteuerung - sind für eine ergonomischere Bedienung direkt im Lenkrad angebracht, links und rechts eines zentralen Anzeigebildschirms im Armaturenbrett sitzen statt der bisherigen Tasterflächen zwei Touchscreen-Monitore zur Steuerung aller weiteren Funktionen. Äußerlich fallen besonders die doppeltbreite, aber einteilig ausgeführte Schwenkschiebetür in der Mitte, das neue Außenspiegelsystem und der Dachauspuff auf.

zum Vergrößern bitte klicken Solaris kann bislang die größte Stückzahl in Deutschland verkaufter Hybridbusse vorweisen. Fahrzeuge der ersten, vor zwei Jahren zur IAA Nutzfahrzeuge 2006 erstmals vorgestellten Version des Urbino 18 Hybrid mit im Vorderwagen platzierten Antrieb fahren in Dresden, Leipzig, Bochum/Gelsenkirchen und Lenzburg (Schweiz). Nach den Erfahrungen mit diesen Fahrzeugen wurde das Antriebskonzept überarbeitet: Der kleiner dimensionierte Dieselmotor und der Hybridantrieb sind nun an üblicher Stelle im Heck untergebracht. Insbesondere durch den optimierten Motor erwartet man weitere Einsparungen beim Dieselverbrauch gegenüber der ersten Version. Von den Urbino 18 Hybrid der zweiten Ausführung wurden in den letzten Monaten vier Exemplare nach Bremen, Hannover und München (MVG und Ettenhuber) geliefert, aus den polnischen Städten Poznan und Gdynia liegen Bestellungen vor. Das Fahrzeug für Gdynia wurde bereits als Vorführwagen gebaut und kommt derzeit für einige Monate in Warschau zum Einsatz. Auf der IAA Nutzfahrzeuge wurde der im Juli ausgelieferte Hybridbus der üstra aus Hannover gezeigt. Neben dieser Bauweise mit parallelem Hybridantrieb kündigte Solaris die Realisierung eines seriellen Hybridantriebs an, mit potenziellen Zulieferern laufen derzeit noch die Gespräche.

Im Übrigen wird der Niederflurbus Urbino weiterhin unverändert in den vier Längenvarianten von 10, 12, 15 und 18 Metern angeboten. Ein rund 20 Meter langer Gelenkbus mit vier Achsen ist bereits fertig geplant und könnte auf Kundenwunsch realisiert werden. Die in allen Fahrzeugen verbauten DAF-Motoren erfüllen je nach Wunsch die Euro 4-, Euro 5- oder EEV-Norm, auch ein Erdgasmotor ist nachwievor ebenso im Programm wie die Obusausführungen Trollino 12, 15 und 18. Der Midibus Alpino 8,6 mit einer Länge von 8,6 Metern rundet das Niederflurbussortiment nach unten hin ab.

zum Vergrößern bitte klicken In den letzten Monaten ausgebaut wurde das Programm der Low-Entry-Linienbusse. Dem bereits seit 2004 angebotenen 12 Meter langen Urbino 12 LE folgten Anfang des Jahres der 15 Meter lange Urbino 15 LE, der bis zu 61 Sitzplätze bietet, sowie auf Basis des Midibusses Alpino der 8,9 Meter kurze und entsprechend wendige Alpino 8,9 LE mit dennoch bis zu 27 Sitzplätzen. Damit bietet Solaris Low-Entry-Fahrzeuge nunmehr in drei Längen und für verschiedene Einsatzgebiete an. Zudem ist die 12 Meter lange Standardversion inzwischen auch mit Zugvorrichtung für den Betrieb mit Personenanhängern lieferbar. Auf der IAA Nutzfahrzeuge war ein Alpino 8,9 LE für die Busland AG in der Schweiz zu sehen, der damit zugleich den Midibus im Solaris-Programm wie auch die Low-Entry-Fahrzeuge repräsentierte.

Der Reisebus Vacanza wurde auch im Jahr 2007 nur in elf Exemplaren abgesetzt, davon vier mit Sonderausbauten als Blutspendemobil. Künftig soll dieser Typ nurmehr als Sonderfahrzeug angeboten werden.


Solaris Bus & Coach auf der InnoTrans 2008

zum Vergrößern bitte klicken Nahezu zeitgleich mit der IAA Nutzfahrzeuge 2008 fand in Berlin die InnoTrans 2008 statt, die sich in den letzten Jahren zur führenden Messe der Schienenverkehrsbranche in Europa entwickelt hat. In diesem Jahr wurde erstmals auch ein besonderer Fokus auf den ÖPNV gelegt. Neben Messeständen der Verkehrskonzerne Arriva, BeNEX und Veolia zeigten die DB Stadtverkehr GmbH sowie zwei Hersteller auch einige Omnibusse auf einer Freifläche.

Bei einem dieser beiden Hersteller handelte es sich um Solaris Bus & Coach. Als Ausstellungsobjekt diente auch in Berlin ein Urbino 18 Hybrid der zweiten Generation, wozu das im August ausgelieferte Exemplar der Münchner Verkehrsgesellschaft mbH herangezogen werden konnte. Am Messestand wurde außerdem zum ersten Mal konkret das Projekt einer Niederflurstraßenbahn vorgestellt, mit dem Solaris und damit erstmals ein Bushersteller in den Bau von Straßenbahnen einsteigt. Im Sommer 2009 soll ein erster Prototyp zur Verfügung stehen, der zunächst für den polnischen Markt vorgesehen ist.



Weitere Informationen finden Sie auf der Internetpräsenz von Solaris Bus & Coach.

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